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Dienstag, 7. Oktober 2014

Von Marktausflügen

Mädelsabend steht an, und diesmal bietet mein trautes Heim Platz für die Runde. Für mich steht fest, der Hauptakteur meines Menüs soll die Nachspeise sein – ein Espresso-Schokoladen-Törtchen. Aber nicht irgendeines, nein, das von "Ein klitzeklein(es) Blog". Aber vorher? -sollte der Abend „leicht“ beginnen um ihn dann mit einer Kalorienbombe abschliessen zu können. Der Entschluss wird nach einigem Hin und Her gefasst, es gibt einen

Herbstlichen Salat.


Die Zutaten hierfür finde ich auf meiner Einkaufstour am Wochenmarkt. Ich hoffe auf reife Feigen – alles andere ergibt sich dann spontan beim Gemüsehändler meines Vertrauens. Und so wandert nach gründlicher Inspektion einiges in meinen Rucksack – letztenendes viel mehr als gedacht. Aber wenn einem das Gemüse so frisch und knackig anlacht, die vielen verschiedenen Farben anspringen und erst der Duft von Erde, Äpfel, Birnen, Nüssen, Karotten, Kohlsprossen, Petersilie und noch mehr in die Nase steigt, da kann man doch einfach nicht nein sagen, oder? Am Markt entstehen die wildesten Kreationen in meinem Kopf, die es alsbald zu kochen und probieren gilt, und das will ich gleich heute Abend tun.

Wenn der Gemüsehändler zufällig einmal Zeit hat und nicht einen Kunden nach dem anderen bedienen muss, dann erfährt man auch so einige Tips und Lieblingsrezepte. Aber die Menscheschlange hinter mir wird immer länger und somit mache ich Platz für andere Kunden. Beim Türken finde ich dann tatsächlich die sehr reifen und aromatischen Feigen, aber meine Augen bleiben immer wieder an einer Fenchelknolle hängen. Die muss doch wohl noch Platz in meinem Rucksack finden! Orangen und Fisolen lasse ich diesmal zurück – ich wüsste auch gar nicht mehr wo ich die noch unterbringen sollte! „Aber das nächste Mal…!“ denke ich mir und gehe weiter. Die Schlepperei nach Hause ist wirklich kein Pappenstiel, aber die Vorfreude auf den Abend lässt mich den Gedanken an ich weiß nicht wieviele Kilos Gemüse am Rücken verdrängen. Wie geht’s jetzt weiter? Nach ein wenig Grübeln ergibt sich aus einem kleinen Teil des Einkaufs folgendes Rezept für 5 Personen:

2 Hand voll Vogerlsalat
½ Grazer Salat
9 Feigen
1 große Fenchelknolle
1/8 l warmes Wasser
1 kleine Hand voll Pinienkerne
Olivenöl
Zwetschkenessig
Honigsenf (Maille au Miel)
Zitronensaft
Honig
Salz
gemahlener Kümmel
Chilisalz
Pfanne mit Deckel
Feuerfeste Form
verschliessbares Glas

Die Salate waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Beim Vogerlsalat kann es durchaus sein, dass noch Wurzeln dran hängen, diese entferne ich immer. Danach alles trocken schleudern. Die Pinienkerne bei niedriger Temperatur in einer Pfanne leicht bräunen. Dabei die Pfanne nicht aus den Augen lassen, da die Pinienkerne sonst leicht verbrennen können. Die Kerne nicht dunkel bräunen, denn durch das Braten sind sie noch länger heiß und ziehen noch nach. Dunkel gebräunte Kerne könnten daher später bitter schmecken. Den Fenchel waschen, das Grün abschneiden (ein bisschen für den Salat aufheben und klein hacken) und die Knolle in ca. 0,5 cm breite Scheiben schneiden. Öl in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, die Fenchelscheiben einlegen und ca. 1 Minute je Seite anbraten. Während der Fenchel auf der 2. Seite brät mit Salz und etwas Chili sowie Kümmel würzen. Mit 1/8 l warmen Wasser ablöschen, Deckel auf die Pfanne setzen und ca. 5 Minuten dünsten. Die Feigen waschen, eventuell den Stielansatz entfernen und dann dort kreuzweise einschneiden, die Schnittflächen auseinander drücken, salzen, mit Honig überziehen (ca. ½ Teelöffel pro Feige) und in eine feuerfeste Form setzen. Bei 200 C° Oberhitze für ca. 5 Minuten im oberen Drittel in den Ofen stellen und „überbacken“ lassen. Für die Marinade 12 Esslöffel Essig, 24 Esslöffel kaltes Wasser, einen Spritzer Zitronensaft, einen Teelöffel Honigsenf, 1-2 Teelöffel Honig, 2 Esslöffel Olivenöl sowie Salz in ein verschliessbares Glas geben. Deckel aufsetzen und alles kräftig durchschütteln. Den Salat vermengen und auf einer Platte anrichten, die warmen Fenchelscheiben und Feigen darauf verteilen, mit dem gehackten Fenchelgrün sowie den gebräunten Pinienkernen bestreuen, Marinade darüber gießen und am besten frisch bzw. lauwarm mit einem Butterbrot genießen.



Ich war selbst erstaunt wie toll dieser Salat geschmeckt hat, und Ratz-Fatz war alles leergegessen. Selbst vom anfangs kritisch beäugten Fenchel blieb nichts übrig.
Auch ich habe lange keinen Fenchel gegessen, denn allein die Erinnerung an Fenchel- bzw. Anistee ließ mir Gänsehaut auflaufen. Selbst jetzt noch möchte ich am liebsten den Raum fluchtartig verlassen, wenn ich diesen Tee auch nur rieche. Gott sei Dank habe ich mich aber vor einigen Jahren dazu aufgerafft dem Gemüse doch wieder eine Chance zu geben, und was soll ich sagen: ich hab mich neu verliebt. Richtig gewürzt ist Fenchel für mich mittlerweile eine absolute Leibspeise geworden, egal ob karamellisiert, in Suppenform oder in der Gemüsepfanne. Nur als Tee…

Eure
Frau Wiese

Donnerstag, 31. Juli 2014

Blumig, spritzig, hmmmmmmmm

Nachdem ich nun doch schon den einen oder anderen Abend im Freien verbracht habe, kann man wohl getrost sagen: der Sommer ist da! Die ersten Nachwehen von Gelsenstichen sind bereits verheilt, den erste (und hoffentlich letze) Sonnenbrand des Jahres erfolgreich hinter mich gebracht, das erste mal heuer bloßfüßig durch die Welt spazieren ist auch erledigt und das erste Mal Zehen in einen See recken ist ebenfalls abgehakt. Was soll ich sagen, bei so vielen Sommergefühlen fehlt mir jetzt nur noch eines zu meinem Glück: das passende sommerliche Getränk. Dieses sollte ich nach einem Ausflug und "Kochabend" mit der Kreativen dann auch kreiert haben und genießen. 

Die Kreative und ich hatten wieder einmal Lust auf Kultur, und da die Jahreskarte des Kunsthistorischen Museums sowieso viel zu selten genutzt wird, verschlug es uns an diesem Abend also in die Wagenburg. Nach einem Schnelldurchgang kurz vor den Schliessungszeiten führte uns dann ein süßlicher Geruch in die Tiefen des Schönbrunner Gartens, genauer gesagt in den Rosengarten. Hier empfieng uns eine Pracht, wie es schöner nicht geht! Dunkelrote, gelbe, zartrosa, weiße, knallpinke, mehrfärbige Rosen - hier gibt's wirklich viel Abwechslung! Rosen sind nun  mal nicht meine Lieblingsblumen, also hatte ich mich relativ schnell an den Blüten satt gesehen und dann wollte ich es aber doch genauer wissen: wie riechen diese Rosen denn jetzt eigentlich und riechen die alle gleich? Ich kann sagen, nein, sie riechen nicht alle gleich, und "je schöner die Rose desto besser der Duft" - das kann man auch nicht behaupten. Da gibt's von seifig, geruchslos, zart zitronig bis intensiv rosig wirklich alles. Auch die Kreative hatte sich dann also bald meiner "Geruchsralley" angeschlossen. So viel riechen macht müde und durstig, und da kam uns dann die Idee für ein Sommergetränk: Rosenspritzer.

Die Kreative hatte hier schon seit längerem ein Rezept in petto, welches sie schon dringend einmal ausprobieren wollte. So haben wir beide dann also in den Tagen nach unserem Ausflug an allen Rosen gerochen die uns so unter gekommen sind. Unser "Rosenwahn" gipfelte dann in einem Besuch der elterlichen, großelterlichen, tantlichen, freundischen und sonstigen Gärten, stets auf der Suche nach den bestriechenden Rosen - die wir dann auch fanden. Für den Rosenspritzer benötigt man nämlich Rosensirup, doch alles was wir so "auf dem Markt" fanden genügte unseren Ansprüchen und Vorstellungen nicht, also machten wir uns daran selbst einen Sirup anzusetzen:

Rosenblütensirup


80 g duftende, ungespritzte Rosenblütenblätter
1 L Leitungswasser
1 kg Kristallzucker
5 g Zitronensäure

Man nehme einen Topf, ein großes Gurkenglas oder eine große Flasche und gebe die Rosenblütenblätter hinein. Vorsicht: nur die Blätter, keine Narbe, keine Staubgefäße, keinen Blütenboden, keinen Blütenstiel etc.denn sonst wird's bitter. Danach füllt man die Rosen mit dem Wasser auf und lässt alles für ca. 15 Minuten stehen. Dann sollten sich alle Käferlein die sich eingeschlichen haben an der Wasseroberfläche befinden, diese kann man dann mit einem Teesieb abschöpfen. Kristallzucker und Zitronensäure in das Rosenwasser geben und mit einem Kochlöffel so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Das Gefäß bedecken und mindestens einen Tag stehen lassen - immer wieder vorsichtig umrühren. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen Topf abseihen, einmal aufkochen lassen und dann den noch heißen Sirup in gereinigte Flaschen abfüllen (am besten die Flaschen vor Verwendung in einen großen Topf mit Wasser geben und einmal auskochen lassen). Fertig!






Jetzt braucht man nur noch Mineralwasser und einen spritzigen Weißwein (ich bevorzuge für dieses doch "blumige" Getränk den Chardonnay vom Weingut meines Bruders - Weingut Wiesinger aus Rannersdorf/Zaya), einen Schuss Rosenblütensirup dazu und schon ist das Sommergetränk fertig. Für richtig heiße Tage empfehlen sich auch ein paar Eiswürfel und Minzblätter im Rosenspritzer.

Das haben wir uns nach dem vielen Gärten durchstöbern dann aber auch wirklich verdient: Füße hoch, Gesicht in die Sonne recken und ein Glas Rosenspritzer dazu. Wohl bekomms!

Schönen Sommer!
wünschen
die Kreative und Frau Wiese

Dienstag, 10. Juni 2014

Rund in eckig

Es gibt Kekse (amerikanische), die ich in ihrer natürlichen Form so gar nicht mag. Trotzdem landen sie ab und zu in meinem Einkaufswagen. Und dann erfahren sie eine längere Zeit ein tristes Dasein in meiner Naschlade. Manchmal verschwindet dann einer, aber bis eine Packung wirklich leer ist kann es schon ein Jahr dauern, und die Luftzufuhr in der angebrochenen Packung ist den Keksen nicht zuträglich, eher das Gegenteil. Wirklich blöd von mir, warum kauf ich die Dinger denn auch immer wieder?

Dieses Mal hatte ich die Packung mit Absicht gekauft, ich wollte daraus einen Cheesecake machen. Da ich aber eine Chaotin durch und durch bin hatte ich vergessen eine der Hauptzutaten für einen Cheesecake zu kaufen: Frischkäse. Samstag Abend wird's dann halt auch schwierig noch irgendwo einen aufzutreiben. Da bleibt nichts anderes übrig als mich wieder einmal ins Internet zu begeben und nach einem Rezept für diese Dinger zu suchen. Zuerst hatte ich Rezepte auf der Homepage des Produzenten gesucht. Da die Kekse - nennen wir sie beim Namen: Oreos - aber eigentlich aus Amerika kommen waren die dort angegebenen Rezepte sehr amerikanisch, sprich: 1 Packung Frosting, 1 Packung Pie-Teig, 1 Packung Brownie-Backmischung. Finde ich immer wieder depremierend, dass amerikanische Rezepte oft aus Fertigprodukten bestehen und es dafür sogar noch Rezepte gibt. Da heißt's Strategie ändern und Rezepte auf deutsch suchen. Da Oreos in den letzten Jahren auch in Europa sehr populär geworden sind dauert es auch nicht lange bis ich auf ein tolles Rezept stosse (kommt von diesem Blog: http://gutentag.info )

Oreo-Brownie-Kuchen


Zutaten
(für eine Springform mit 24 cm Durchmesser)
125 g Butter
150 g Zartbitterschokolade
3 Eier
Vanillinaroma
125 g Zucker
1 1/2 EL Mehl
1 EL Kakaopulver
1 Prise Salz
ca. 140 g Oreos

Zubereitung:
1. Die Butter und die Schokolade über einem Wasserbad schmelzen und leicht auskühlen lassen.
2. Die Eier und den Zucker leicht schaumig schlagen bis die Masse hell und luftig ist.
3. Die leicht ausgekühlte Schokoladen-Butter-Masse vorsichtig am Rand der Schüssel entlang dazu gießen.
4. Das Mehl, das Kakaopulver, das Salz und das Vanillearoma ebenfalls dazugeben und gut vermischen.
5. Etwa die Hälfte der Oreos unter den Teig heben. (Nachtrag: zerbröselte Oreos)
6. Den Teig in die mit Backpapier ausgelegte Form geben. Die restliche Oreos auf dem Kuchen verteilen und leicht in den Teig drücken.
7. In der unteren Hälfte des im vorgeheizten Backofen (Umluft 180°C) etwa 20 bis 25 Minuten backen.
8. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und wenn gewünscht mit Puderzucker bestäubt servieren.


Ich habe statt der Springform eine Brownieform verwendet. Die war anscheinend viel zu groß für die Masse weswegen sie relativ niedrig geblieben ist - die runden Kekse waren dann eben doch wieder in eckiger Form. War aber nicht schlimm. Die Brownies wurden trotzdem weich, schokoladig und sehr saftig! Das Rezept ist also schon in meine Sammlung gewandert und zukünftig muss ich mir auch keine Sorgen um etwaige Oreo-Fehleinkäufe machen. 

Eure
Frau Wiese

Samstag, 17. Mai 2014

Bananenschnittenodyssee

Dies ist die Geschichte der Odyssee einer Bananenschnitte. Der lange Weg zu einem fruchtigen, cremigen, lockeren Ergebnis. 

Meine Großmutter konnte die perfekte Bananenschnitte machen, ein Traum in Schokolade und Frucht. Luftiger Boden der zentimeterdick war, ausgewogener Bananen/Marmeladengeschmack, wunderbare Creme und eine Glasur, die weder zerbricht noch zerläuft. Dieses Prachtstück hatte ich vor Augen, genau das sollte es werden.


Versuch 1 scheiterte am Boden, an der Creme und an der Glasur. Die Bananen waren top – die Marmelade auch. 

Versuch 2 wurde besser. Der Boden war flaumig und locker, „schon“ einen fingerbreit hoch, Bananen und Marmelade bildeten eine perfekte Symbiose. Die Creme war zu wenig und von der Glasur will ich erst gar nicht zu reden beginnen, die ist einfach dort hin geflossen wo sie wollte – nur nicht sollte! Aber, meinem Ziel war ich bereits sehr viel näher gekommen. Die Aussage meines Bruders „schmeckt fast wie bei der Oma“ ist ja eigentlich schon ein Ritterschlag, und zwar einer, auf den man mächtig stolz sein kann. Denn, wo schmeckt’s schon wie bei Oma – ausser bei Oma? Das „fast“ aus diesem Satz wollte ich noch weg bekommen. 

Also ging das Experimentieren weiter. Buttercreme, Frischkäsecreme, nur Pudding, kein Pudding, Topfen, Joghurt, Gelatine … und über die Glasur, nein, da möchte ich wirklich nicht reden. Selbst die fertige Glasur aus dem Becher wollte nicht so wie ich wollte. 

Kurz vor meinem letzten Versuch hatte ich mich bereits mit der Idee angefreundet aufzugeben - denn da ging bereits beim Boden alles schief. Schon nach dem Einfüllen in das Backblech war die Masse nur ca. einen halben Zentimeter hoch - und das wurden auch nich mehr. Sowas staubtrockenes, dünnes als Kuchenboden ist mir noch nie passiert. Letzendlich habe ich den Boden dann für meinen "Unfallnachtisch" verwendet, der auch sehr fein geworden ist. Aber davon ein anderes Mal. Nach langem Suchen und Tüfteln habe ich jetzt aber endlich meine bisher beste Bananenschnitte gebacken. Mit der Glasur bin ich noch immer nicht zu 100% zufrieden, bin meinen Vorstellungen aber schon nahe gekommen. Zusammengetragen aus vielen verschiedenen Rezepten, zerlegt und neu zusammengefügt, und das ist das Ergebnis: 

Zutaten
für den Boden:
 5 Eier
18 dag Zucker
7 dag Öl (geschmacksneutral, am Besten Rapsöl)
10 dag Mehl
2 dag Kakao (ungesüsst)
Ribiselmarmelade
7-8 Bananen
 
für die Creme:
2 Pkg. Vanille-Puddingpulver
100 g Zucker
750 ml Milch
250 ml Schlagobers
ein Schuss Rum 

für die Glasur: 
250 ml Schlagobers
80 g Kuvertüre bitter/dunkel
80 g Kuvertüre Vollmilch 

Zubereitung:

Die Eier trennen. Eiklar etwas anschlagen, Zucker nach und nach unterrühren und so schaumig schlagen. Dotter und Öl langsam dazu mixen. Das ergibt dann eine glänzende, cremige Masse. Mehl mit Kakao versieben und vorsichtig unter die Ei/Öl Masse unterheben. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 180 C° Ober-/Unterhitze ca. 30 min. backen. Nadelprobe! Den Boden erkalten lassen und dann mit der Ribiselmarmelade bestreichen. Sollte die Marmelade zu fest sein und sich nicht verstreichen lassen, einfach für einige Sekunden auf Stufe „auftauen“ in die Mikrowelle stellen, oder mit etwas Rum verrühren. Die Bananen schälen und der Länge nach halbieren. Auf dem Kuchenboden verteilen.

Für die Creme das Puddingpulver mit dem Zucker mischen und in 250 ml Milch rühren bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Die restliche Milch in einen Topf geben und zum Kochen bringen, das angerührte Puddingpulver zufügen und unter ständigem Rühren einmal aufkochen lassen. Den noch heißen Pudding leicht mit Staubzucker bestäuben, mit Klarsichtfolie abdecken und erkalten lassen (der Zucker und die Folie verhindern, dass sich eine Haut bildet). Das Schlagobers anschlagen (es sollte weder fest noch sehr flüssig sein), den erkalteten Pudding mit einem Mixer ordentlich durchrühren und einen ordentlichen Schuss Rum einrühren. Angeschlagenes Obers hinzufügen und alles miteinander mixen bis eine cremige Masse entsteht. Die Masse mit einem Schöpfer über die Bananen verteilen und mit einer Spachtel glatt streichen.

Für die Glasur: Das Schlagobers in einen Topf geben und aufkochen lassen. Wenn das Obers kocht, Herd abstellen und Topf weg ziehen. Die Kuvertüre in das heiße Obers geben und unter Rühren (mit dem Kochlöffel) darin auflösen. Auf ca. 30 Grad abkühlen lassen, dabei ab und zu rühren. Langsam über die Creme laufen lassen und mit dem Spachtel glatt streichen.

Alles am besten einen halben Tag durchziehen lassen, und dann genießen und dabei an seine Oma denken. Als Alternative zum Rum kann ich mir auch vorstellen Amaretto unter die Creme zu mischen. Man kann auch viele verschiedene Marmeladen verwenden, aber ich würde auf jeden Fall zu einer etwas säuerlichen greifen. Die Säure tut der Schnitte gut! Und wichtig: Randstücke abschneiden – natürlich nur der Schönheit wegen, nicht zum Vorkosten ;-)

Eure
Frau Wiese

Freitag, 2. Mai 2014

Ei, Ei, Eierei - Teil zwei!


Und diesmal gibt's:

Omelett


(Noch) Kein Schönbrunner Omelett, nein, die pikante Variante, die große Schwester der Eierspeise. Und wenn ich groß schreibe, dann meine ich schon groß, denn für mich muss ein Omlett im Gegensatz zur Eierspeis folgendes sein: flaumig, locker, leicht!
Nur, wie man das hinbekommt, ja, da sind sich die Gelehrten uneinig - und alle Anderen auch. Die Einen mischen Obers unter die Masse, die Anderen Milch. Die Nächsten schwören auf Mineralwasser, und dann gibt's wieder welche die Mehl und Backpulver unter die Eimasse rühren. Für mich jedenfalls könnte ein Omlett nicht puristischer sein:

Eier
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Punkt. Mehr brauch ich dafür nicht. Naja, zumindest für die Grundmasse, denn alles andere ist - wie so oft - variabel. Und mit alles andere ist hier nicht etwa Mineralwasser oder Obers gemeint, sondern weitere Zutaten die nicht die Konsistenz des Omletts beeinflussen sonder den Geschmack. 
Für die Grundmasse benötigt man 2 Eier pro Person und diese schlägt man mit einem Schneebesen schaumig auf (inoffiziellen Angaben zufolge könnte man ja bei mir meinen dass ich die Eier eine halbe Stunde aufschlage - dagegen wehre ich mich entschieden! 10 Minuten reichen komplett :-) ). Eine Pfanne mit Butter bepinseln und erhitzen, Masse einfüllen. Die Herdplatten am Besten auf mittlere Hitze aufdrehen - sonst könnte es sein dass die Masse aussen anbrennt aber innen noch flüssig ist. Sobald die Masse gestockt hat: mit einem Wender umdrehen. Nicht versuchen das Omlett wie Fernsehköche mit Schwung in die Luft zu befördern und nach einem halben Salto mit der Pfanne wieder aufzufangen. Mehrmals getestet und jedes mal war das Ergebnis...na, sagen wir ein trauriger Haufen. Mit Palatschinken hat das jedenfalls besser funktioniert.

Puristisches Omlett ist schon was Feines, aber: mehr Abwechslung braucht man im Leben, deshalb gibt's hier noch folgende Vorschläge:

"Der Klassiker"
Speck in einer Pfanne langsam anbraten, in Scheiben geschnittenen Zwiebel hinzufügen. Eimasse einfüllen, geriebenen Käse darauf geben. Eimasse stocken lassen, wenden und fertig braten.

"Der Ungar"
Paprika in kleine Stücke schneiden, in einer ausgebutterten Pfanne kurz anbraten, mit der Eimasse auffüllen, gehackte Petersilie hinzugeben. Alles stocken lassen, wenden und fertig braten.

"Der Franzose"
Pfanne ausbuttern, erhitzen. Eimasse einfüllen, stocken lassen, wenden und nur kurz erhitzen. Auf dem Omlett grob gehackte Walnüsse und in Scheiben geschnittenen Brie verteilen. Das Omlett zusammenklappen und auf ein Teller gleiten lassen. Mit gehackter Petersilie bestreuen. 

"Der Brite fliegt auf Urlaub"
Unter die Eimasse zerkleinerte Minze rühren. Pfanne ausbuttern, erhitzen. Eimasse einfüllen, Erbsen einstreuen. Masse stocken lassen, wenden und nur kurz erhitzen. Auf dem Omlett Feta verteilen. Omlett zusammenklappen und auf einen Teller gleiten lassen. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

Tja, und weil der Brite ja auf Urlaub "fliegt" gibt's hier auch kein Foto. Denn: dieses Omlett war eines der Testpiloten des "fliegenden Omletts". Geschmacklich war dieses mein Favorit und auch "der Franzose" hat wider Erwarten hervorragend geschmeckt, beide haben sogar den "Klassiker" in den Schatten gestellt. 

Was bin ich froh, dass ich Freunde habe welche mich immer wieder überzeugen doch mal etwas auszuprobieren dem ich keine Chance gegeben hätte. Nüsse mit Brie - sehr gut, aber in Kombi mit Omlett? Super!!! Es zeigt sich eben doch: Essen testen! Wären zu diesem Zeitpunkt nicht schon alle pappsatt gewesen - sie hätten auf jeden Fall noch mehr Omlett-Varianten bekommen: mit Kichererbsen und schwarzem Kümmel, Kürbiskernöl und Grammeln, Räucherlachs und frisch geriebenem Kren, Erdäpfel und Knoblauch, Paradeiser und Stangensellerie, Blattspinat und Muskatnuss..... spätestens nach dem zweiten Omlette hätte ich als Huhn gackernd reißaus genommen. "Ich wollt ich wär ein Huhn, da hätt ich nichts zu tun." Na wenn ich mir das so ansehe: bin ich doch lieber Mensch!

Eure 
Frau Wiese

Dienstag, 1. April 2014

Mehr Curry

Eine Zeit lang, als wir grade umgezogen waren und noch keine Küche hatten (wobei, die Küche war schon da aber keine Arbeitsplatte) - sind Mister M und ich öfter mal zu Ikea gefahren. Gott sei Dank wohnen wir nur 10 Minuten entfernt und mal ehrlich, bei Ikea findet man ja immer irgendwas, was man noch brauchen könnte. Grade, wenn man mit einem kompletten Hausrat umgezogen ist. :) Also waren wir nicht nur wegen des Essens dort.
Irgendwann kam dann die Arbeitsplatte und mit vereinten Kräften haben wir die Küche montiert (mach ich nie wieder, genauso wie Fliesen legen. Gott sei Dank gibt es ja Menschen, die das beruflich machen.).

Somit wurden die Fahrten zu Ikea eingstellt - und die Fleischbällchen im Tiefkühlpack zum Nach-Hause nehmen haben uns nicht wirklich überzeugt.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Rezept für die Eigenproduktion. Leider fand ich soviele, dass ich mich nicht entschließen konnte, welches wir probieren. Also machten wir was ganz anderes. Immerhin sind es auch Bällchen - mit Curry. (Hab ich schon erwähnt dass wir Curry mögen?)

Curry-Fleischbällchen (ca 15 Stück)

500g mageres Faschiertes
4 EL Semmelbrösel
2 EL Curry (oder mehr oder weniger, nach Geschmack)
ca 1 TL Salz
Pfeffer nach Gefühl
Chili nach Gefühl
4 EL Pinienkerne oder Cashewkerne, gerne auch geröstet und gehackt

Als Beilage Reis, Gemüse, Curryketchup, Joghurtsauce, ...

Faschiertes, Brösel, Gewürze und Kerne in einer Schüssel gut verkneten, Bällchen formen (ca in der Größe von Golfbällen). Auf ein mit Alufolie belegtes Blech legen und bei 200 Grad ca 25 Minuten backen (Umluft).


Alternativ kann man die Bällchen sicher auch in der Pfanne rausbraten. Möglicherweise werden sie dadurch etwas saftiger.
Wir haben sie bis jetzt immer nur im Backofen gemacht da wir versuchen,  Fett einzusparen. Einfach weil wir draufgekommen sind, dass es uns damit besser geht.

Bis zum nächsten Curry-Rezept :)
Miss L

Donnerstag, 27. März 2014

Palatschinke oder Pancake - das ist hier die Frage!

Eigentlich liebe ich ja Palatschinken und sehe auch überhaupt nicht ein, warum ich amerikanischem Essen den Vortritt geben sollte, aber ausprobieren wollte ich es halt trotzdem einmal. Nur einmal, wirklich, ehrlich, und dann wollt ich's bleiben lassen. Wirklich! Nur gab's da ein Problem: die Pancakes wurden einfach nix! So überhaupt nix! Also schon, ein riesengroßer Gatsch den man möglicherweise mit sehr viel Fantasie auch als misslungenen Kaiserschmarren verkaufen hätte können. Und da hat mich dann halt doch der Ehrgeiz gepackt. Es kann doch nicht sein, dass ich etwas, das so einfach zu sein scheint nicht und nicht schaffe! Entweder blieben die Pancakes so flach wie Palatschinken, sie sind mir verbrannt oder waren optisch toll haben aber furchtbar geschmeckt. Also dann, denk ich mir, starte ich noch einen Versuch, einen allerletzten mit Unterstützung von Frau Kreativ, und wenn das nicht's wird dann bleib ich dabei: Palatschinken! Weil kein einziges Rezept bisher "gefruchtet" hat bastle ich mir eben selbst eines zusammen....und siehe da, auf einmal funktioniert's!

Pancakes 

(ca 6-7 Stück)

1 Ei
Salz
2 EL Zucker
1 Vanilleschote
10 ml Buttermilch
3 EL Mehl
1 EL Schlagobers
Zitronenzesten
nach Geschmack: Trockenfrüchte
geklärte Butter

Eier trennen. Eidotter mit 1 EL Zucker, 1 Prise Salz, dem Vanillemark (Vanilleschote aufheben!), Zitronenzesten, dem Obers und der Buttermilch glatt rühren und Mehl unterheben. Das Eiklar mit 1 Prise Salz und dem zweiten EL Zucker steif schlagen und vorsichtig unter die Dottermasse heben. Die geklärte Butter in einer Pfanne erhitzen, mit einem kleinen Schöpfer Pancakes in die heiße Butter setzen und die Temperatur auf mittlere Stufe zurückdrehen. Pancakes mit Trochenfrüchten bestreuen (ich habe hier Weichseln verwendet). Sobald die Masse gestockt hat die Pancakes wenden und fertig backen. Zum Abtropfen auf ein Küchenpapier geben. 

Falls man dann noch folgendes dazu machen möchte, die Pancakes einstweilen im Ofen warm halten.

Karamellisierte, gesalzene Bananen

2 EL Zucker
frischgepresster Orangensaft (1/2 Orange)
1 TL Butter
1 Schuss Rum
2 Bananen, geschält und klein geschnitten
1/2 TL Zimt
Salz!!!
ausgekratzte Vanilleschote (von den Pancakes)

Zucker in einen kleinen beschichteten Topf geben und warten bis dieser flüssig wird (Vorsicht, verbrennt leicht!). Die Butter am Rand entlang zerfliessen lassen und dann unter den flüssigen Zucker rühren. Wenn sich alles gut vermengt hat mit Rum ablöschen und den Orangensaft sowie die Vanilleschote dazugeben. Alles so lange rühren, bis sich das Karamell aufgelöst hat. Die klein geschnittene Banane hinzufügen, ebenso wie den Zimt und das Salz. Man kann bei diesem Gericht gerne mehr Salz nehmen, in etwa einen halben Teelöffel. Den Topf vom Herd nehmen und diesen abdrehen. Alles kurz durchziehen lassen. Die Pancakes mit den karamellisierten Bananen anrichten.
Mahlzeit!
Die Pancakes sind richtig toll geworden - auch ohne Backpulver: flaumig, zart und weich! Palatschinken mag ich noch immer lieber aber zumindest weiß ich jetzt: Pancakes sind keine schlechte Alternative. 

Die gesalzenen, karamellisierten Bananen haben sich allerdings als ABSOLUT köstlich entpuppt! Oh, diesen Geschmack werde ich wohl noch lange in Erinnerung haben....oder ich mach mir ganz bald wieder mal welche. Wo bekomm ich am Sonntag Nachmittag nochmal Bananen her? Wie lange braucht ein Bananenbaum bis er Früchte trägt?

Eure
Frau Wiese

Dienstag, 18. März 2014

Ein Besuch zu Hause

Vor einiger Zeit hieß es wieder ab nach Hause. Wobei ich mir ja nie sicher bin, wo "nach Hause" ist. Ist "nach Hause" heim in die eigene Wohnung oder heim zu den Eltern. Meistens gebrauche ich es aber im  Zusammenhang mit einem Ausflug in das Zuhause, in dem ich meine ersten 20 Lebensjahre verbracht habe.

Freitags komm ich meistens schon mittags aus dem Büro, bis Mr M dann aus hat versuch ich die Zeit irgendwie totzuschlagen. Meistens noch mit Putzen, Packen, Einkaufen. Was frau halt zu tun hat. An diesem Nachmittag war schon alles erledigt und ich konnte mich dem Studium diverser Zeitschriften und Rezepte widmen. In der Zeitschrift Tina fand ich dann die Werbung für "Tina Spezial Backen" inklusive Deko-Extra für Ostern. Nach einem kurzen Telefonat  mit meiner Mum wollte sie das auch besorgen. Soweit sogut :)

Auf den ersten Blick waren jetzt nicht so supertolle Sachen drin, das Oster-Deko-Extra war auch sosolala. Aber witzigerweise, am Samstag Abend (Samstag Nachmittag hatten wir bei einer Geburtstagsfeier mit üppig Essen & Kuchen verbracht) war der Drang da, etwas zu backen. Noch dazu war der nächste Urlaub in der Heimat erst wieder in 4 Wochen angesetzt und Mama so lange auf dem "Trockenen" sitzen zu lassen war naja...
Wir wälzten also nochmal das Heft und blieben bei einem Mango-Limetten-Kuchen hängen. Tja, es war Samstag Abend. Aber nachdem ich das ja nicht so eng seh mit den Rezepten und sich in den Tiefen des Tiefkühlers noch Marillen fanden - ab in die Küche!

Marillenkuchen (oder Mango-Limette) für eine 27cm Kastenform

300g Marillen, klein geschnitten, enthäutet (od 1 reife Mango in Würfel)
Abrieb von 1 Biozitrone (oder 1 Limette)
200g Butter
1 Pkg Vanillezucker
150-200g Zucker
3 Eier
350g Mehl
1 Pkg Backpulver
150g fettarmer Joghurt
3 EL Marillenbrand oder -saft  (oder 3 EL Limettensaft)

Weiche Butter, Zitronenschale, Vanillezucker und Zucker cremig rühren. Eier einzeln unterrühren. Mehl und Backpulver mischen, abwechselnd mit Joghurt und 3 EL Marillenbrand untermischen. Marillenwürfel unterheben.
Teig in eine gefette und Mehl ausgestäubte Kastenform streichen (oder mit Backpapier oder Backalufolie ausgelegte).
Im vorgehziten Backofen 1 Stunde bei 150 Grad Umluft backen. Etwas abkühlen lassen, stürzen und auskühlen.

Wer mag macht noch eine Zuckerglasur mit 200g Staubzucker und 1 EL Zitronensaft (Limettensaft) und 3 EL Wasser.


Wir haben uns die Glasur gespart und den Kuchen gleich zum Abendessen angeschnitten :).


Frohes Backen!

Miss L

Donnerstag, 6. März 2014

Geh... würz - den Kakao!

Kakaobohnen sind quasi gute Freunde von mir! In Form von Schokolade oftmals "Lebensretter", in flüssigem Zustand "Aufwärmer". Eine Tasse heiße Schokolade oder Kakao am Abend genossen, am Besten noch vorm Kamin sitzend und ein Buch lesend, leise Jazz-Musik im Hintergrund. Ach, da komm ich wieder ins Träumen ... Manchmal verlangt mein Kakao aber nach mehr - Würze! Dann gibt's nur eine Möglichkeit: ran an die Gewürzmühlen und los geht's, mit folgenden Zubereitungsmöglichkeiten:

Der Scharfe

1/2 l Milch
Chiliflocken
1 Stange Zimt
1 EL Honig
Kakao ungesüsst

Die Milch in einen beschichteten Topf giessen, Zimt und Chiliflocken hinzufügen und langsam erwärmen. Dabei ständig rühren, sonst schmeckt's verbrannt und nicht nach Chilikakao. Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen, Honig hinzufügen, Deckel drauf geben und mindestens 15 Minuten ziehen lassen. Dann die Milch durch ein Sieb giessen und nochmal kurz aufkochen lassen. Je Tasse 2 Teelöffel Kakao hinzufügen, verquirrln und in Häferl einfüllen.

Der Würzige

1/2 l Milch
16 geschälte Mandeln
2 Sternanis
3 Kardamomkapseln
1 Stange Zimt
6 Pfefferkörner
etwas Muskatnuss
1 1/2 EL Staubzucker
Kakao ungesüsst 
Schlagobers

Sternanis, Kardamomkapseln und Pfefferkörner andrücken (man muss sie aber nicht komplett fein mörsern - andrücken reicht vollkommen). Die Milch in einen beschichteten Topf giessen, Mandeln, Sternanis, Kardamomkapseln, Zimt, Pfefferkörner und gemahlene Muskatnuss hinzufügen, langsam erwärmen. Dabei ständig rühren. Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen und Staubzucker hinzufügen, Deckel drauf geben und mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Dann die Milch durch ein Sieb giessen und nochmal kurz aufkochen lassen. Je Tasse 2 Teelöffel Kakao hinzufügen, verquirrln und in Häferl füllen. Schlagobers halb steif schlagen, auf den Kakao geben und mit etwas Zimtpulver bestreuen.


Auch für Gewürzkakao gibt es wieder einige Möglichkeiten der Zubereitung bzw. Würzung! Man könnte zum Beispiel auch Ingwer, Vanillemark oder Nelkenpulver hinzugeben, Thymian oder Minze. Ich habe für beide Kakao-Variationen ungesüsstes Kakaopulver von Domori verwendet und muss zugeben: das schmeckt richtig gut. Da wird die Packung wohl auch nicht lang überleben. 
Eigentlich hatte ich angenommen, dass mir der Gewürz-Kakao besser schmecken würde als der Chili-Kakao, da ich Chili-Schokolade bisher nicht so gerne mochte. Aber, in flüssiger Form finde ich diese Variante besser! 

So sitz ich dann da also auf meiner Couch, ein großes Häferl Gewürz-Kakao in der Hand, der Duft umnebelt mich, ich kuschel mich in meine Lieblingsdecke und träume: von einem Kamin, einem tollen Buch, von fremden Ländern, riesigen Basaren in denen mir neue Gerüche in die Nase steigen, einer Jazzband, von Kakaobohnen und merke gar nicht, wie ich sanft in den Schlaf hinübergleite.

Eure
Frau Wiese

Dienstag, 4. März 2014

Gut Ding (in diesem Falle Gulasch) braucht Weile!


Seit einigen Wochen steht der Gedanke an ein Rindsgulasch im Raum, selbstgekocht natürlich. Und das Gulasch will geplant sein, wollen wir doch gutes Fleisch haben. Keines aus dem Supermarkt, da bin ich grad bei Rind ein gebranntes Kind.
Es bei unserem liefernden Fleischhacker zu bestellen war mir irgendwie auch zu mühsam, das Zeitfenster am Samstag Vormittag von-bis abzuwarten ist mir jedesmal ein Gräuel. Frau hat ja sonst auch noch was anderes zu tun (Schönheitsschlaf und so...).
Ich erinnerte mich an eine Fleischerei ganz bei uns in der Nähe - der letzte selber-schlachtende Fleischhacker in Wien - Fleischerei Hödl.
Also machte ich mich an einem Samstag morgen auf, allein der Geruch nach Wurst und Selchwaren im Laden war überwältigend.
1,8kg mageres Meisel und 2 riesen Rindschnitzel wanderten in meine Tasche, beim Zahlen hatte ich den Eindruck, mindestens eine halbe Kuh gekauft zu haben. Handwerk hat eben seinen Preis.

Frohen Mutes bin ich dann also heim, die Schnitzerl haben wir am selben Tag noch als Express-Saftschnitzerl vedrückt.
Sonntag Morgen war es dann so weit, nach dem Frühstück mit entsprechender Lektüre ("Fleisches Lust" von Radatz mit dem entsprechenden Gulasch-Rezept) fing ich mal mit dem Fleisch an - vom Aussehen her echt top. Also würfeln.
Mister M kam dann grade richtig als ich anfing, die 1,4kg Zwiebeln zu schälen. Er durfte schneiden, es war eine tränenreiche Angelegenheit :)



Gott sei Dank hatten wir uns im Herbst einen großen großen Topf gekauft, darin erhitzen wir dann Öl,
Zwiebel dazu und Mister M wunderte sich noch, wieso das Rezept verlangt, die Zwiebel 20-25 Minuten anzubraten. Nun ja, die Menge an Zwiebel braucht eben ihre Zeit.  Dann wird mit Essig abgelöscht (nur ein Spritzer Frau Wiese!), Tomatenmark und Paprikapulver dazu (gerne erwarte ich einen Sponsoringvertrag von Herrn Kotanyi ;) ). Alles kurz mitgeröstet, dann mit Suppe aufgegossen, die Gewürzpaste aus Knoblauch, Kümmel, Majoran und Salz und das Fleisch dazu und dann heißt es zugedeckt köcheln lassen. Wie lang? - Na so lang bis es fertig ist ;) Also gute 3 Stunden, gerne auch mehr, bis die Sauce sämig ist und das Fleisch zerfällt.


Dann nochmal nachwürzen und ab auf den Tisch! Und nachdem es aufgewärmt noch besser schmecken soll gabs die 2. Hälfte dann am nächsten Tag. Qualitätsunterschied hab ich allerdings keinen gemerkt.



Hier noch die einzelnen Zutaten für 4-6 Personen:
1kg Wadschinken in Würfel von 3cm Kantenlänge
2-3 geschälte Knoblauchzehen
1 TL Kümmel ganz
1 TL getrockneter Majoran
Salz
750g Zwiebeln in feine Streifen geschnitten
150g Schweineschmalz (wir nehmen Olivenöl, soviel, dass der Topfboden bedeckt ist)
1 Spritzer Tafelessig
4-5 EL edelsüßes Paprikapulver 
1 TL Pradeismark
500-750ml Rindsuppe

Mahlzeit!  
Miss L




Donnerstag, 27. Februar 2014

Cup 'n Cookie?

Des Öfteren schickt mir Miss L einmal Rezeptvorschläge - oder besser gesagt Backvorschläge. All das hört sich auch immer richtig gut an und die Bilder dazu sehen wirklich toll aus! Na da läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Nur gab's da bisher einen großen Haken: die meisten Rezepte waren auf Englisch (das bekomm ich noch hin) und die Mengenangaben in Cups und Spoons. Ja gut, denk ich mir, sollt ja eigentlich nicht so schwer sein. Nimm ein Häferl und miss einfach ab. Weit gefehlt! Nichts da, einmal ist zu viel Mehl in der Masse, dann wieder zu viel Butter, es ist zum Verzweifeln. Umrechnen könnt ich's noch, da gibt's ja online ganz tolle Tabellen und verschiedenste Angaben wie man denn die Cups in Gramm umrechnet, nur: ich und Zahlen? Da wart ich doch lieber auf ein Wunder! Oder auch auf ein Geschenk. 

Jedenfalls merkt Miss L: sie schickt mir zwar immer tolle Rezepte, nur sage ich ihr nie wie meine Ergebnisse geworden sind. Ich kann nichts, aber auch rein gar nichts zu meiner Verteidigung sagen. Irgendwann merke ich meine Zahlenabneigung an worauf Miss L nur milde lächelt und sich in den Urlaub verabschiedet. Wochen später, Miss L ist mittlerweile wieder zurück aus fernen Landen, gibt's für mich dann keine "Ausreden" mehr warum ich denn nichts von den Rezepten nachbacke, denn ich halte total überrascht Cups und Spoons in der Hand, und zwar die einzig wahren und richtigen, die aus einem weit entfernten Land. Ja, es ist schon fein wenn Freunde eine Reise tun, sie bringen nämlich super Geschenke mit! Also, danke Miss L und Mister M!!! Dann dauert's noch ein kleines Weilchen, aber dann endlich kommen sie zum Einsatz bei folgendem Rezept das ich hier aufgetan habe: vegweb.com/recipes

Easy as heck vegan Chocolate-Chip-Cookies

2 cups Mehl
2 tsp (teaspoon) Weinsteinpackpulver
1/2 tsp Meersalz
2 tsp Zimt
1 cup Zucker
1/2 cup Rapsöl
1 tsp Vanille
1/2 cup Wasser
1 cup vegane Schoko-Chips

Ofen auf 175 C° vorheizen. 
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und miteinander vermengen. Mit einem Esslöffel die Masse portionsweise auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Zwischen den Cookies ausreichend Platz lassen, da die Masse noch zerfliesst. Gebacken habe ich alles für ca. 15-20 Minuten, nicht wie im Original-Rezept angegeben für 10-12 Minuten. Da war mir die Masse noch viel zu flüssig. Die Farbe der Kekse ändert sich vom Grundteig bis zum fertigen Cookie nur wenig, also nicht wundern wenn der Cookie nicht dunkelbraun wird!

Nächstes Mal werde ich noch etwas mehr Zimt hinzufügen.

Somit habe ich in einem Rezept 2 Fliegen mit einer Klappe erlegt: endlich konnte ich Cups und Spoons benutzen, und ich hab das erste Mal vegan gebacken. Wider erwarten haben mir - und allen anderen - die Cookies wirklich sehr gut geschmeckt. Für mich ist es manchmal schwierig etwas zu backen oder zu kochen, da sehr viele Personen mittlerweile Allergien bzw. Unverträglichkeiten haben (so auch ich). In diesem Fall ging es darum laktosefrei zu backen und ich muss sagen: vegan hat mich hier TOTAL überzeugt! Zukünftig werde ich in solchen Fällen wahrscheinlich öfter auf vegane Rezepte zurückgreifen. Wer hätte gedacht, dass vegane Cookies backen wirklich "easy as heck" ist und das Ergebnis auch noch geschmacklich total überzeugt?

Eure
Frau Wiese

Dienstag, 25. Februar 2014

It smells like.... Pizza!

Ein typisches Sonntagsessen ist bei Mister M und mir Pizza. Gut, manchmal, wenn wir meine Eltern besuchen, gibt es auch samstags Pizza. Und nicht, dass ihr jetzt glaubt wir sind sonntags (oder samstags) zu faul zum kochen und bestellen beim Pizzadienst oder reißen die Tiefkühlpackung auf :)
Den Teig bereite ich natürlich selbst zu und nachdem Germteig gerne geht, kommt er bei uns nur am Wochenende auf den Tisch. Unter der Woche hab ich nämlich keine Lust, ewig auf mein Abendessen zu warten.

Es ist also Sonntag, die halbe Welt schläft noch aber nachdem ich (leider) zu den Frühaufstehern gehöre, bin ich spätestens um 7 schon bereit, es mit der Welt aufzunehmen. Meistens bedeutet das dann, raus aus dem Pyjama, rein in die Laufklamotten und bevor noch irgendwelche Zweifel aufkommen, renn ich schon im Halbschlaf los.  (Außer es geht ein Sturm, es regnet, schneit oder Jupiter steht in irgendeiner seltsamen Konstellation zur Sonne und die Motivation ist auf einem Tiefpunkt).

Erschöpft zurück schlepp ich mich dann erstmal unter die Dusche und dann gehts ab in die Küche. Während der Tee zieht, wird die Küchenmaschine aus dem Tiefschlaf geholt und die Zutaten wandern in die Rührschüssel. Für 1 Backblech Pizza braucht man:

400 g Mehl (Weizen, Dinkel, Vollkorn oder nicht - verwendet wird, was da ist)
1 Pkg Trockengerm (oder 1 Würfel Germ, der ist dann im Wasser aufzulösen)
2 Eßlöffel Olivenöl
ca 200ml warmes Wasser
Salz

Mehl mit der Trockengerm mischen, Salz dazu und mit dem Wasser zu einem Teig rühren. Je nach Mehl braucht man mal mehr, mal weniger Wasser (bei Vollkorn eher mehr). Dann noch das Öl dazu. Wen der Teig geschmeidigt ist und nicht mehr klebt, ist er bereit zu ruhen.
Geschirrtuch drüber und an einem warmen Ort (ohne Zugluft) 1 Stunde gehen lassen. Bei mir geht er gut und gerne 2-3 Stunden.
Dann nochmal durchkneten, eventuell noch etwas Mehl dazu, ausrollen, und aufs mit Backpapier ausgelegte Blech transferieren.

Die Paradeissauce für den Belag produziert M meistens auf Vorrat (für 2-3 Blechpizzen)
1 Zwiebel & 1-2 Knoblauchzehen kleinschneiden, in Olivenöl anbraten, dann eine Prise Zucker dazu. Mit 500g passierten Tomaten aufgießen. Oregano, Basilikum, Chili, Salz, Pfeffer nach Geschmack dazu und dann ein bißchen einkochen lassen.

Die Sauce auf der Pizza verteilen und nach Wunsch belegen. Bei uns wandern meistens Schinken, Salami, Sardellen, Paprika, Zwiebeln, Mais und Käse auf die Pizza.
Dann nochmal Oregano drüber und ab in den Ofen - bei 200 Grad ungefähr 20-30 Minuten.

Manchmal gibts dann noch Knoblauchöl dazu - einfach Olivenöl mit einigen Knoblauchzehen pürieren und dann die Pizzaränder damit bepinseln.

Buon appetito!
Miss L










Donnerstag, 20. Februar 2014

Ein Laibchen für mich!

Der Blick in den Kühlschrank verrät: nicht viel drinnen, und um das Sackerl Karotten hat sich auch noch keiner gekümmert. Na gut, jetzt ist's gekauft, jetzt wird's verkocht. Was sich am Beginn der Woche noch als "Jaaaaa, Karottensuppe!" geäußert hat ist nun in ein "Pfff....Karottensuppe? Echt?" übergegangen. Aber was dann? Gemüselasagne? Karottenmuffins? Nudeln mit Karottengemüse? Hmmm, schwierig. Ich bin so einfallslos! Noch einen Blick in den Kühlschrank gewagt, Parmesan, Rahm, Topfen und Eier entdeckt, daraus muss sich doch etwas machen lassen. Das Internet befragt, nach 15 Minuten Suche resigniert, sich in die Küche gestellt und einfach mal gemacht. Nun ja, nicht einfach - ich will ja jetzt auch alles abmessen, damit auch ihr etwas davon habt. Also: Küchenwaage raus und los geht's.

Für 5-6 Laibchen wird folgendes benötigt

150 g Karotten
1 kleine Schalotte
30 g Mehl
50 g Topfen
10 g Parmesan
1 Ei
1 EL Haferflocken
Salz
Pfeffer
Currypulver
Kerbel
Kreuzkümmel
Zimt
Chili
Öl

Rahm
Dille
Knoblauch
Honigsenf
Salz
Pfeffer

Die rohen Karotten waschen(müssen NICHT geschält werden) und grob raspeln! Schalotte schälen, klein schneiden und mit Mehl, Topfen, Parmesan, Ei und Haferflocken zu den Karotten geben, alles gut miteinander vermengen. Mit Salz, Pfeffer, Curry, Kerbel, Kreuzkümmel, Chili und ein wenig Zimt würzen. Noch mal gut durchmengen und kurz ziehen lassen. Währenddessen den Dillrahm zubereiten: 2 EL Rahm mit einer Gabel kurz durchschlagen. Dille, Salz, Pfeffer und etwas Honigsenf sowie ganz wenig Knoblauch hinzufügen alles durchrühren und ziehen lassen. Öl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen, mit dem Esslöffel portionsweise die Karottenmasse in die Pfanne setzen und mit dem Löffelrücken flach drücken. Laibchen auf beiden Seiten braten, aus der Pfanne nehmen und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.
Mahlzeit!

Karottenlaibchen mit Dillrahm! 


Das ist es also geworden. Die sehen knallorange aus - und schmecken auch noch! Und wie! Guuuuut! Nicht nach den altbekannten Karotten-Gemüselaibchen, die geschmacklich eher an Karton und von der Konsistenz her an trockenes Brot erinnern anstatt an frisches, knackiges Gemüse. Überhaupt, warum müssen Gemüselaibchen eigentlich immer gleich schmecken? Egal ob aus Brockoli, Zucchini oder Karotten - ich hab noch nie wohl schmeckende Gemüselaibchen in einem Restaurant geschweige denn aus dem Supermarkt bekommen. Die verwenden wohl alle die gleiche Grundmischung aus der großen Packung? Dabei gibt es da so viele verschiedene Mischungen, gell, Miss L? (da kommt noch was, das sag ich euch! Miss L ist schon wie eine Wahnsinnige am Testen und Probieren). Dabei versteh ich gar nicht warum die alle gleich schmecken, gleich aussehen! Denn: diese Karottenlaibchen waren fix zubereitet: 30 Minuten vom Waschen der Karotten bis zum ersten Bissen.

Da hab ich mich "Schulküchen-Gemüselaibchen-Traumatisierte" wohl doch noch selbst geheilt. Und ich glaub ... die restlichen Karotten werden jetzt nicht mehr lange überleben...

Eure
Frau Wiese