Mittwoch, 1. Januar 2014

Wenn am Beginn das Ende steht!

Der Abend war lauschig, die Gastgeberin wunderbar, die Gäste in bester Laune. Die Gespräche vertiefen sich, die Stimmung wird lockerer - und dazu trägt durchaus auch der gute Tropfen bei, der gereicht wird. Gülden glänzt er im schweren Tumbler, riecht nach Vanille, Torf, Rauch, gleitet die Zunge hinab wie Samt, schmiegt sich sanft an den Gaumen und hinterlässt eine Erinnerung an Karamell bevor er den Rachen erwärmend hinabläuft. Und dann sitzt man da und will das Glas so gar nicht mehr aus den Händen geben, weil man den Geruch so sehr liebt, weil man die Sämigkeit des Getränks so mag und leckt sich noch lange an den Lippen weil sie so kribbeln. Ach ja, so ein Abend in netter Gesellschaft mit gutem Whisky: Herz was willst du mehr! 
Und weil man den Morgen danach so beginnen soll wie man den Abend beendet hat gibt's zum sehr, sehr späten Brunch ein wunderbares Getränk, nur viel sämiger als das vom Vorabend:

Irish Coffee für 2


2 TL Feinkristallzucker
8 cl Whisky
2 Tassen starken Kaffee
halbsteif geschlagenes Schlagobers

Und dann bräuchte man eigentlich ein Irish-Coffee-Glas, am besten mit eigenem Brenner. Weil ich den aber nicht habe, bereite ich den Irish Coffee wie folgt zu:
Kristallzucker in einem beschichteten Topf schmelzen lassen bis er zu Karamell wird (vorsicht - kann leicht verbrennen!). Dann mit Whisky ablöschen und das Karamell aufzulösen beginnen. Mit dem Kaffee aufgiessen und das Karamell vollständig auflösen. In Gläser füllen und halbsteif geschlagenes Schlagobers über einen Löffel auf den Kaffee laufen lassen. Das Obers und der Kaffee sollen sich nicht mischen! Deshalb wird auch kein Löffel zum Kaffee serviert.

Und dann nimmt man sich das Glas, lümmelt sich an seinen Lieblingsplatz, legt die Füße hoch schaut aus dem Fenster raus, genießt die Aussicht (hoffentlich) und lässt es sich mit dem Kaffee so richtig gut gehen! Sitzen, Gedanken wandern lassen, faulenzen. Ja, so startet man gut in den Tag, eben so, wie man ihn beendet hat. Vielleicht melancholisch, vielleicht auch lauthals lachend, auf jeden Fall aber glücklich mit einem cremigen Getränk im Mund, das eine Erinnerung an Karamell hinterlässt bevor es den Rachen - und das Herz - erwärmend hinabläuft...

Prosit Neujahr!
Eure 
Frau Wiese

Goodbye 2013, Hello 2014!

Das alte Jahr ist nun also vorbei, einige sagen wohl - endlich! Ich find das irgendwie quatsch, jedes Jahr ist so wie es ist und das schlimme ist ja, wenn es vorbei ist ist frau ja quasi wieder ein Jahr älter. Also von mir aus hätte immer 2003 bleiben können, da war ich 20. Und innerlich bin ich noch keinen Tag gealtert :)

Nichtsdestotrotz ist 2013 jetzt vorbei - Gott sei Dank hat es mir Gepäck dagelassen und eine Mission für 2014:


Frau Wiese's Christkind hat mir einen dicken Wälzer auf den Weg mitgegeben - "Isa Does It", ein veganes Koch- & Backbuch. (zum nächsten Buch dann bitte auch eine Großpackung Post-Its, meine kleben alle im Buch ;) )

Schwiegermutters Geschenk "Madame ist willig doch das Fleisch bleibt zäh" hat mir die letzten Tage im alten Jahr versüßt. Sigrid Neudecker erzählt über ihre Zeit in Paris und wie sie dort kochen lernte. Gut, mit Frankreich hab ich es nicht so aber die Rezension las sich witzig, also wanderte das Buch auf die Wunschliste. Und ich habe es nicht bereut, teilweise hab ich mich gekugelt vor Lachen. Und teilweise auch Parallelen bei den niedergeschriebenen Dialogen gesehen. Dann hab ich überlegt, wie das war als ich kochen lernte. Und wann das vor allem war. Erinnern kann ich mich an ein Foto (eines dieser echten Fotos, wo der Film noch entwickelt werden musste!), da war ich vielleicht 4 Jahre, mit einer Kochmütze am Kopf, auf der Arbeitsfläche in der Küche bei meiner Oma sitzend. An die Anweisungen, den Germteig musst du mit dem Kochlöffel schlagen bis sich Blasen bilden! (Ob zuerst im Germteig oder an den Händen lies sie offen ;)
So "richtig" kochen hab ich dann wohl in der Schule gelernt - und bei den Berufspraktika in Hotelküchen. Die Zeit werd ich nie vergessen. Und wenn der Job des Kochs nicht unterbezahlt wäre, ich wäre geblieben.

Das Chilipepper Buch hat Mister M vom Christkind bekommen. Für alle Chili-Liebhaber(innen) wohl DAS Buch. Angefangen von der Geschichte über Sortenkunde, Anbau/ Zucht über Rezepte bis zum medizinischen Nutzen bzw. Auswirkungen findet sich alles darin. Und es lässt Fragen offen, die wohl zur fortgeschrittenen Stunde diskutiert werden müssen. Wie zb wenn das Capsaicin in die Muttermilch übergeht und Schwangere und Stillende nicht scharf essen sollen, wie machen das dann die Mütter in Indien oder Mexiko oder in den Teilen der Welt wo außer scharf nur scharf gegessen wird?
Wer eine Antwort auf die Frage kennt, bitte melden :)

Eine liebe Kollegin hat mir (gewiss nicht ganz uneigennützig)  "Vegane Cupcakes erobern die Welt" geschenkt. Sie haben auch mein Herz erobert, ob der Tatsache, dass ich eine mittlere weihnachtliche Zuckervergiftung habe und mir die Post Its ausgegangen sind, hab ich mich allerdings noch nicht tiefer damit befasst.

Von meiner Tante bekam ich dann noch 660 Curries (ein Mehrzweckbuch, eignet sich auch hervorragend zur Selbstverteidigung ob seines Gewichts). Bin sehr gespannt auf die Rezepte, quergelesen hab ich schon. Aber bei den gefühlten 3000 Seiten dauert das, bis ich mich entschieden hab (und wooooo bitte sind meine Post Its?)

Auf alle Fälle wird es wieder ein kulinarisches Jahr - nicht zu vergessen, die mindestens 2 Kochkurse, die Mister M und ich besuchen werden (danke an meine Mama, die uns immer wieder in Kurse schickt, damit zuhause was g'scheits auf den Tisch kommt ;) )

In diesem Sinne - Auf ein glückliches, (kulinarisch) erfolgreiches 2014!
Miss L