Donnerstag, 6. März 2014

Geh... würz - den Kakao!

Kakaobohnen sind quasi gute Freunde von mir! In Form von Schokolade oftmals "Lebensretter", in flüssigem Zustand "Aufwärmer". Eine Tasse heiße Schokolade oder Kakao am Abend genossen, am Besten noch vorm Kamin sitzend und ein Buch lesend, leise Jazz-Musik im Hintergrund. Ach, da komm ich wieder ins Träumen ... Manchmal verlangt mein Kakao aber nach mehr - Würze! Dann gibt's nur eine Möglichkeit: ran an die Gewürzmühlen und los geht's, mit folgenden Zubereitungsmöglichkeiten:

Der Scharfe

1/2 l Milch
Chiliflocken
1 Stange Zimt
1 EL Honig
Kakao ungesüsst

Die Milch in einen beschichteten Topf giessen, Zimt und Chiliflocken hinzufügen und langsam erwärmen. Dabei ständig rühren, sonst schmeckt's verbrannt und nicht nach Chilikakao. Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen, Honig hinzufügen, Deckel drauf geben und mindestens 15 Minuten ziehen lassen. Dann die Milch durch ein Sieb giessen und nochmal kurz aufkochen lassen. Je Tasse 2 Teelöffel Kakao hinzufügen, verquirrln und in Häferl einfüllen.

Der Würzige

1/2 l Milch
16 geschälte Mandeln
2 Sternanis
3 Kardamomkapseln
1 Stange Zimt
6 Pfefferkörner
etwas Muskatnuss
1 1/2 EL Staubzucker
Kakao ungesüsst 
Schlagobers

Sternanis, Kardamomkapseln und Pfefferkörner andrücken (man muss sie aber nicht komplett fein mörsern - andrücken reicht vollkommen). Die Milch in einen beschichteten Topf giessen, Mandeln, Sternanis, Kardamomkapseln, Zimt, Pfefferkörner und gemahlene Muskatnuss hinzufügen, langsam erwärmen. Dabei ständig rühren. Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen und Staubzucker hinzufügen, Deckel drauf geben und mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Dann die Milch durch ein Sieb giessen und nochmal kurz aufkochen lassen. Je Tasse 2 Teelöffel Kakao hinzufügen, verquirrln und in Häferl füllen. Schlagobers halb steif schlagen, auf den Kakao geben und mit etwas Zimtpulver bestreuen.


Auch für Gewürzkakao gibt es wieder einige Möglichkeiten der Zubereitung bzw. Würzung! Man könnte zum Beispiel auch Ingwer, Vanillemark oder Nelkenpulver hinzugeben, Thymian oder Minze. Ich habe für beide Kakao-Variationen ungesüsstes Kakaopulver von Domori verwendet und muss zugeben: das schmeckt richtig gut. Da wird die Packung wohl auch nicht lang überleben. 
Eigentlich hatte ich angenommen, dass mir der Gewürz-Kakao besser schmecken würde als der Chili-Kakao, da ich Chili-Schokolade bisher nicht so gerne mochte. Aber, in flüssiger Form finde ich diese Variante besser! 

So sitz ich dann da also auf meiner Couch, ein großes Häferl Gewürz-Kakao in der Hand, der Duft umnebelt mich, ich kuschel mich in meine Lieblingsdecke und träume: von einem Kamin, einem tollen Buch, von fremden Ländern, riesigen Basaren in denen mir neue Gerüche in die Nase steigen, einer Jazzband, von Kakaobohnen und merke gar nicht, wie ich sanft in den Schlaf hinübergleite.

Eure
Frau Wiese

Dienstag, 4. März 2014

Gut Ding (in diesem Falle Gulasch) braucht Weile!


Seit einigen Wochen steht der Gedanke an ein Rindsgulasch im Raum, selbstgekocht natürlich. Und das Gulasch will geplant sein, wollen wir doch gutes Fleisch haben. Keines aus dem Supermarkt, da bin ich grad bei Rind ein gebranntes Kind.
Es bei unserem liefernden Fleischhacker zu bestellen war mir irgendwie auch zu mühsam, das Zeitfenster am Samstag Vormittag von-bis abzuwarten ist mir jedesmal ein Gräuel. Frau hat ja sonst auch noch was anderes zu tun (Schönheitsschlaf und so...).
Ich erinnerte mich an eine Fleischerei ganz bei uns in der Nähe - der letzte selber-schlachtende Fleischhacker in Wien - Fleischerei Hödl.
Also machte ich mich an einem Samstag morgen auf, allein der Geruch nach Wurst und Selchwaren im Laden war überwältigend.
1,8kg mageres Meisel und 2 riesen Rindschnitzel wanderten in meine Tasche, beim Zahlen hatte ich den Eindruck, mindestens eine halbe Kuh gekauft zu haben. Handwerk hat eben seinen Preis.

Frohen Mutes bin ich dann also heim, die Schnitzerl haben wir am selben Tag noch als Express-Saftschnitzerl vedrückt.
Sonntag Morgen war es dann so weit, nach dem Frühstück mit entsprechender Lektüre ("Fleisches Lust" von Radatz mit dem entsprechenden Gulasch-Rezept) fing ich mal mit dem Fleisch an - vom Aussehen her echt top. Also würfeln.
Mister M kam dann grade richtig als ich anfing, die 1,4kg Zwiebeln zu schälen. Er durfte schneiden, es war eine tränenreiche Angelegenheit :)



Gott sei Dank hatten wir uns im Herbst einen großen großen Topf gekauft, darin erhitzen wir dann Öl,
Zwiebel dazu und Mister M wunderte sich noch, wieso das Rezept verlangt, die Zwiebel 20-25 Minuten anzubraten. Nun ja, die Menge an Zwiebel braucht eben ihre Zeit.  Dann wird mit Essig abgelöscht (nur ein Spritzer Frau Wiese!), Tomatenmark und Paprikapulver dazu (gerne erwarte ich einen Sponsoringvertrag von Herrn Kotanyi ;) ). Alles kurz mitgeröstet, dann mit Suppe aufgegossen, die Gewürzpaste aus Knoblauch, Kümmel, Majoran und Salz und das Fleisch dazu und dann heißt es zugedeckt köcheln lassen. Wie lang? - Na so lang bis es fertig ist ;) Also gute 3 Stunden, gerne auch mehr, bis die Sauce sämig ist und das Fleisch zerfällt.


Dann nochmal nachwürzen und ab auf den Tisch! Und nachdem es aufgewärmt noch besser schmecken soll gabs die 2. Hälfte dann am nächsten Tag. Qualitätsunterschied hab ich allerdings keinen gemerkt.



Hier noch die einzelnen Zutaten für 4-6 Personen:
1kg Wadschinken in Würfel von 3cm Kantenlänge
2-3 geschälte Knoblauchzehen
1 TL Kümmel ganz
1 TL getrockneter Majoran
Salz
750g Zwiebeln in feine Streifen geschnitten
150g Schweineschmalz (wir nehmen Olivenöl, soviel, dass der Topfboden bedeckt ist)
1 Spritzer Tafelessig
4-5 EL edelsüßes Paprikapulver 
1 TL Pradeismark
500-750ml Rindsuppe

Mahlzeit!  
Miss L