Dienstag, 2. September 2014

Darf's ein bisserl Chaos sein?

Chaos könnte mein dritter Vorname sein! 
Dabei ist es gerade in der Küche eher praktisch, wenn man Überblick über alles hat und vor allem Ordnung herrscht - überhaupt dann, wenn man Gäste geladen hat und es mehrere Gerichte geben soll. Nun, was soll ich mehr sagen ausser: so bin ich eben nicht. Und so herrscht in meinem "Reich" Chaos bis zur letzten Sekunde. Meistens funktioniert das sehr gut, nur manchmal hab ich eben Tage, da wär strukturiertes Arbeiten von Vorteil, da bräuchte ich jemanden wie Miss L. an meiner Seite, die mir Struktur und Ordnung in mein Werkeln bringt. Blöd nur, wenn Miss L. eben eine der geladenen Gäste ist und somit nicht als "Fels in der Brandung" helfen kann. 

Nach langem hin und her habe ich mich entschieden Burger zu machen, denn die essen alle gern (die Herren der Schöpfung sind ja äußerst wählerisch muss man wissen) Buns, Patties, karamellisierte Zwiebel, Saucen - alles selbst gemacht. Das kann ja nicht so aufwändig sein. Und danach dann einen Vanilla Bean Cheesecake, und zwar genau den hier: http://www.usa-kulinarisch.de/rezept/vanilla-bean-cheesecake-a-la-tgi-friday/ 

Lange dauert er nicht und das Chaos bricht aus: der Wecker läutet rechtzeitig, wird aber gewissenhaft von mir ignoriert. Nach einer weiteren Stunde vor mich hindösen fällt mir dann ein warum das mobile Endgerät am Samstag morgendliche Wecktöne von sich gegeben hat und flux bin ich auch schon draussen aus dem Bett und unter der Dusche. Sachen schnell gepackt - im Laufschritt geht's zum Zug, denn die Bim fährt wieder mal nicht wie sie sollte und deshalb vor der Nase davon. "Morgensport!" denk ich mir, laufe, laufe und laufe- erwische den Zug auch noch - die Freude ist groß. Der Einkauf geht recht gut über die Bühne, zumindest am Markt und beim Fleischhauer...doch dann geht's ab in den Supermarkt! Ich sehe schon beim Reingehen die Menschenschlangen an den Kassen - mir wird schlecht und ich überlege kurz, ob ich nicht einfach irgendetwas anderes kochen soll. Früher Nachmittag, endlich, endlich: ready to go. 4 Stunden Zeit um alles vorzubereiten und zu kochen, die Uhr tickt. Ich gebe Vollgas und beginne mit dem Teig für die Buns, der muss mehrere Male aufgehen. Zwischendurch wird der Cheesecake gebacken. Während die Buns dann endlich im Ofen landen lese ich dann das Rezept für den Cheesecake weiter - oben drauf muss eine Masse aus Schlagobers mit weißer Schokolade. Ich mache mich also ans Werk, beginne mit einer Hand das Obers zu schlagen während ich mit der anderen Hand versuche irgendwie die Schale mit der mittlerweile flüssigen weißen Schokolade aus dem Wasserbad zu bekommen. Funktioniert alles hervorragend, ich muss sogar nicht verarztet werden aufgrund diverser Verbrennungen (juhu). Zu diesem Zeitpunkt ist der Cheesecake nur noch lauwarm - meine ich - also stelle ich ihn auf eine Tortentransportdose, verteile die Obersmasse darauf und verschliesse die Dose danach. Sieht alles toll aus, als ab in den Keller, dort ist's schön kühl. Ich hüpfe noch einmal schnell unter die Dusche und freue mich, dass wirklich alles rechtzeitig fertig geworden ist. 

Dann läutet es auch schon an der Tür - der Besuch ist da und das Essen kann starten. Es läuft wunderbar, nichts ist verbrannt, es schmeckt sehr gut, alles ist durch und rechtzeitig fertig geworden. Ich freu mich schon sehr darauf das "Highlight" aus dem Keller zu holen. Beschwingt begebe ich mich in den Keller, hole den Cheesecake und schon auf dem Weg in die Wohnung zurück denke ich mir "komisch, was ist das weiße da am Rand der Tortenbox?" Langsam  kommt mir die Erleuchtung, mir schwant Schlimmes....endlich wieder in der Küche angelangt stelle ich den Cheesecake auf die Arbeitsplatte, öffne den Deckel und was soll ich sagen, die gesamte Obersmasse hat sich in der Dose verteilt und ergiesst sich ganz wunderbar über meine Arbeitsplatte. So sah also das Ergebnis aus:

Tadaaaaaaaaaaaa! Hübsch, nicht wahr? 

Hier haben wieder mal einige meiner Spezialitäten auf einmal zusammengefunden: Wecker am Wochenende ignorieren, Rezepte nicht fertig lesen VOR dem Kochen, Zeitpläne aufstellen die andere in Verzweiflung bringen würden (knapp, knäpper, Frau Wiese), Chaos de luxe beim Kochen und "das geht schon"-Philosophie. Geschmeckt hat es sehr gut, nur wie so oft bei mir gab's auch hier wieder mal "Essen mit Charakter". Soll heißen: das Gericht ist nicht hübsch anzusehen, schmeckt aber sehr gut! 

Küchenhoppalas passieren immer wieder, und das ist gut so. Vielleicht merke ich mir dann auch irgendwann, dass man geschlagenes Obers nicht auf warme Kuchen geben sollte. Das nächste Mal wird das sicher was, da glaub ich ganz fest daran.

Eure
Frau Wiese

Donnerstag, 31. Juli 2014

Blumig, spritzig, hmmmmmmmm

Nachdem ich nun doch schon den einen oder anderen Abend im Freien verbracht habe, kann man wohl getrost sagen: der Sommer ist da! Die ersten Nachwehen von Gelsenstichen sind bereits verheilt, den erste (und hoffentlich letze) Sonnenbrand des Jahres erfolgreich hinter mich gebracht, das erste mal heuer bloßfüßig durch die Welt spazieren ist auch erledigt und das erste Mal Zehen in einen See recken ist ebenfalls abgehakt. Was soll ich sagen, bei so vielen Sommergefühlen fehlt mir jetzt nur noch eines zu meinem Glück: das passende sommerliche Getränk. Dieses sollte ich nach einem Ausflug und "Kochabend" mit der Kreativen dann auch kreiert haben und genießen. 

Die Kreative und ich hatten wieder einmal Lust auf Kultur, und da die Jahreskarte des Kunsthistorischen Museums sowieso viel zu selten genutzt wird, verschlug es uns an diesem Abend also in die Wagenburg. Nach einem Schnelldurchgang kurz vor den Schliessungszeiten führte uns dann ein süßlicher Geruch in die Tiefen des Schönbrunner Gartens, genauer gesagt in den Rosengarten. Hier empfieng uns eine Pracht, wie es schöner nicht geht! Dunkelrote, gelbe, zartrosa, weiße, knallpinke, mehrfärbige Rosen - hier gibt's wirklich viel Abwechslung! Rosen sind nun  mal nicht meine Lieblingsblumen, also hatte ich mich relativ schnell an den Blüten satt gesehen und dann wollte ich es aber doch genauer wissen: wie riechen diese Rosen denn jetzt eigentlich und riechen die alle gleich? Ich kann sagen, nein, sie riechen nicht alle gleich, und "je schöner die Rose desto besser der Duft" - das kann man auch nicht behaupten. Da gibt's von seifig, geruchslos, zart zitronig bis intensiv rosig wirklich alles. Auch die Kreative hatte sich dann also bald meiner "Geruchsralley" angeschlossen. So viel riechen macht müde und durstig, und da kam uns dann die Idee für ein Sommergetränk: Rosenspritzer.

Die Kreative hatte hier schon seit längerem ein Rezept in petto, welches sie schon dringend einmal ausprobieren wollte. So haben wir beide dann also in den Tagen nach unserem Ausflug an allen Rosen gerochen die uns so unter gekommen sind. Unser "Rosenwahn" gipfelte dann in einem Besuch der elterlichen, großelterlichen, tantlichen, freundischen und sonstigen Gärten, stets auf der Suche nach den bestriechenden Rosen - die wir dann auch fanden. Für den Rosenspritzer benötigt man nämlich Rosensirup, doch alles was wir so "auf dem Markt" fanden genügte unseren Ansprüchen und Vorstellungen nicht, also machten wir uns daran selbst einen Sirup anzusetzen:

Rosenblütensirup


80 g duftende, ungespritzte Rosenblütenblätter
1 L Leitungswasser
1 kg Kristallzucker
5 g Zitronensäure

Man nehme einen Topf, ein großes Gurkenglas oder eine große Flasche und gebe die Rosenblütenblätter hinein. Vorsicht: nur die Blätter, keine Narbe, keine Staubgefäße, keinen Blütenboden, keinen Blütenstiel etc.denn sonst wird's bitter. Danach füllt man die Rosen mit dem Wasser auf und lässt alles für ca. 15 Minuten stehen. Dann sollten sich alle Käferlein die sich eingeschlichen haben an der Wasseroberfläche befinden, diese kann man dann mit einem Teesieb abschöpfen. Kristallzucker und Zitronensäure in das Rosenwasser geben und mit einem Kochlöffel so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Das Gefäß bedecken und mindestens einen Tag stehen lassen - immer wieder vorsichtig umrühren. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen Topf abseihen, einmal aufkochen lassen und dann den noch heißen Sirup in gereinigte Flaschen abfüllen (am besten die Flaschen vor Verwendung in einen großen Topf mit Wasser geben und einmal auskochen lassen). Fertig!






Jetzt braucht man nur noch Mineralwasser und einen spritzigen Weißwein (ich bevorzuge für dieses doch "blumige" Getränk den Chardonnay vom Weingut meines Bruders - Weingut Wiesinger aus Rannersdorf/Zaya), einen Schuss Rosenblütensirup dazu und schon ist das Sommergetränk fertig. Für richtig heiße Tage empfehlen sich auch ein paar Eiswürfel und Minzblätter im Rosenspritzer.

Das haben wir uns nach dem vielen Gärten durchstöbern dann aber auch wirklich verdient: Füße hoch, Gesicht in die Sonne recken und ein Glas Rosenspritzer dazu. Wohl bekomms!

Schönen Sommer!
wünschen
die Kreative und Frau Wiese